Noch fünf Wochen...

Noch fünf Wochen...

... und so langsam werde ich unruhig. Bald schon beginnen diese Tage wieder: Das einfache Leben erneut erleben, die klare Aufgabe des Sich-vorwärts-Bewegens, mich wie an einer Schnur gezogen fühlen, den Alltag hinter mich lassen und den Kopf wieder klar kriegen.

 

Ich werde wieder Unvorhergesehenem begegnen, Herausforderungen bestehen oder an ihnen scheitern, werde spüren, wie prägend Begegnungen und Einsamkeit sein können. Ich werde Schmerz und Heilung, Hunger, Durst, Müdigkeit und Gastfreundschaft erfahren. Welchen Menschen werde ich begegnen, wo schlafe ich, welchen Hindernissen und Glücksmomenten werde ich gegenüberstehen? Schaffe ich es wieder, die Langsamkeit neu zu entdecken?

 

Die Tage der Planungen gehören inzwischen der Vergangenheit an. Während bei anderen am Anfang einer Pilgerreise noch die sehr spirituelle Idee überwiegt, außer Flug und Rucksackinhalt gar nichts zu planen und alles andere einfach passieren zu lassen, wurde ich mal wieder schnell zum Recherche-Experten. Alles, was ich im Netz finden konnte, sei es auf diversen Pilger-Homepages, Youtube oder in all den Blogs anderer Pilger auf Jakobswegen, wird gelesen und nahezu fanatisch inhaliert. Für keine Prüfung zu Schulzeiten, während der Berufsausbildung oder für den Führerschein habe ich das so intensiv betrieben.

 

Aufbrechen ist alles andere als einfach. Die Zeit des Aufbruchs braucht sorgsames Vorgehen. Viele Gedanken sind geboten, wenn es um die Grundentscheidungen geht: Wie lange will ich gehen? Wo will ich gehen? Wann will ich aufbrechen? In welcher körperlichen und seelischen Verfassung befinde ich mich? Mich auf Neues einlassen, nehmen, was ich bekomme und daraus etwas machen. Wenn das so einfach wäre...

 

Es gibt einen ziemlichen Unterschied zwischen zwei Wochen Urlaub und mehr als drei Monaten Abenteuer mit offenem Ausgang – das wird mir gerade mal wieder bewusst.

 

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