Geheimnis: Fußballen

Geheimnis: Fußballen

Wie weit die Füße tragen... das werde ich in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten wieder erleben. Doch der Erfolg auf dem Weg hängt zu achtzig Prozent von mentalen Faktoren ab und nur zu zwanzig Prozent vom körperlichen Zustand. Eine Strecke von rund 2000 Kilometern musst du vor allem mit dem Kopf bewältigen – der Körper zieht dann schon nach. Hoffe ich!

 

Mein körperlicher Zustand ist momentan nämlich nicht recht optimal. Ich trage ein ausgeprägtes Feinkostgewölbe mit mir rum. Aber das kenne ich von meinen früheren Touren, da bin ich mit ähnlichem "Kampfgewicht" gestartet. Die Kalorien werden unterwegs schon wieder purzeln. Was die Kondition angeht, wäre mir wohl auf den ersten hundert Kilometern durchs Bergische Land ein Sauerstoffzelt im eigenen Begleitfahrzeug ganz recht, aber dafür bin ich mental ganz gut aufgestellt – bilde ich mir zumindest ein. Denn ich werde nicht nur wieder konditionelle Stärke brauchen, sondern auch mentale, um die 2000 Kilometer zu Fuß zu bewerkstelligen.

 

Die eigentlich vollkommen überflüssigen Pfunde rund um den Hüftgürtel sind also eigentlich nicht das Problem. Viel mehr Sorgen machen mir die besten Freunde des Pilgers: meine Füße. Genauer gesagt, mein linker Fuß. Noch präziser, mein linker Fußballen. Wiederholt hatte er sich auch schon bei meinen letzten Wanderungen überaus lästig bemerkbar gemacht, sich dann aber wieder erholt. Davon konnte allerdings in den letzten Monaten keine Rede sein. Immer wieder versuchte er, mich zu ärgern, selbst beim Gang vom Schreibtisch zur Toilette. Orthopäde, Einlegesohle, Physiotherapie - richtig erfolgreich war bisher nichts. Will mich mein Haxen  vorwarnen? Will er mir bärbeißig zuflüstern: "Hör auf mit dem Blödsinn! In deinem Alter geht man vielleicht noch durch den Stadtpark, aber nicht zu Fuß bis nach Trondheim!" Drei Wochen sind es jetzt noch bis zum Start und meine "Testläufe" auf dem Kölner Grüngürtel-Rundweg in den letzten Tagen haben mich nicht unbedingt beruhigt. Einige Kilometer ging alles problemlos, doch dann meldete sich der kleine Haxenteufel und giftete mir ins Ohr: "Naaa, wie fühlt sich das an... zwiebelt es schön???"

 

Ich hoffe, ich kann dieses gehässige Geschöpf noch vertreiben, sonst wird es schwer - aber nicht unmöglich. Unterwegs gibt es ja Ärzte und Apotheken...

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Die Pilgertochter (Sonntag, 19 März 2017 13:07)

    Was wäre das denn auch für eine Pilgerwanderung ohne ordentliche Lasten, Bürden und Herausforderungen?