Explosion in meinem Zimmer!!!

Explosion in meinem Zimmer!!!

Wie in einem explodierten Outdoorgeschäft sieht es in meinem Zimmer aus. Die gesamte Ausrüstung liegt unübersichtlich auf dem Boden und wartet darauf, ihren Platz in meinem Wheelie einzunehmen. Ein Häkchen nach dem anderen wird auf der Packliste gesetzt, ein Teil nach dem anderen liegt nun bereit. Habe ich auch nichts vergessen, brauche ich das wirklich?

 

Ein erstes Testwiegen macht mir schnell klar, dass entweder meine Badezimmerwaage kaputt ist oder ich noch erheblich aussortieren muss. Mehr als 10 Kilo will ich einfach nicht in meinem Wheelie hinter mir herziehen. In Deutschland und Dänemark würde das wohl alles noch gehen, aber in Norwegen, wo ich meine gesamten Habseligkeiten in einen Rucksack umzupacken gedenke, befinde ich mich damit an der obersten Grenze des  im wahrsten Sinne des Wortes Tragbaren.

 

Für den vom langen Marsch mürbe geklopften Pilger ist der Rucksack der Gefährte, das Haus, die Welt, die er mit sich führt. Die Ungeniertheit, mit der ein noch unerfahrener Wanderer ganz verschiedene und oftmals überflüssige Dinge in seinen Rucksack stopft, ohne dabei an ihre Abmessungen oder ihr Gewicht zu denken, löst bei dem versierten Pilger ein Schaudern aus, das von blankem Entsetzen nicht weit entfernt ist. Etappe für Etappe hat er nämlich gelernt, jeden einzelnen Bestandteil seines Gepäcks abzuwiegen und abzuwägen.

 

Wenn sich ein Pilger an eine solche Untersuchung macht, stehen ihm zwei wertvolle Hilfsmittel zur Verfügung: die Mülltonne und das Postamt. In Erstere befördert er Dinge, derer er sich unterwegs entledigen will und die von geringem Wert sind. Wenn er aber an ihnen hängt, kann er sie auch in ein Päckchen stecken und an seine eigene Adresse nach Hause schicken. Man kann aber auch vorweg überlegen, ob man sich auf der Strecke Depots anlegen will. Warum schon durch Deutschland den dicken Schlafsack transportieren, wenn man ihn erst in den Pilgerherbergen in Dänemark und Norwegen benötigt? Warum soll ich meine Wanderstöcke durch das norddeutsche Flachland schleppen, wenn ich sie sowieso erst in den Bergen Norwegens einsetzen werde?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Die Pilgertochter (Sonntag, 19 März 2017)

    Genau! Mach es nach alter Gewohnheit! Packard in den Wheelie, was du meinst zu brauchen (darin tut das geschleppte Gewicht ja noch nicht wirklich weh) und was du bis zum Umstieg auf den Rucksack immer noch nicht gebraucht hast, reist per Post nach Hause!


    P.S.: Meinst du nicht, es wäre an der Zeit, deinem treuesten Weggefährten und Packesel einen Namen zu geben? Vielleicht wird er dir ja ein guter Gesprächspartner. Wie Robinsons Crusoe und Freitag!

  • #2

    Papa (Sonntag, 19 März 2017 21:08)

    Das mit dem Namen wäre vielleicht gar keine schlechte Idee...! Wie wär´s mit: Willi, das Wheelie