Hinein ins Glück!

Hinein ins Glück!

Habe es gerade gelesen: Norwegen ist einer Studie internationaler Experten zufolge das glücklichste Land der Welt.

 

Das skandinavische Land eroberte erstmalig den Spitzenplatz im Weltglücksbericht und löst damit das zuvor dreimalig erstplatzierte Dänemark ab. Im vergangenen Jahr hatten die Norweger noch auf dem vierten Rang gelegen. Deutschland stagniert auf Platz 16. Der Bericht verbindet unter anderem Länderdaten mit Befragungen über die Selbstwahrnehmung ihrer Bewohner. Er berücksichtigt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die durchschnittliche Lebenserwartung, die gefühlte Unterstützung aus dem eigenen sozialen Umfeld oder Vertrauen in Regierung und Unternehmen mit Blick auf Korruption. Es geht auch um die von den Befragten empfundene Freiheit, grundlegende Entscheidungen für das eigene Leben treffen zu können sowie die Großzügigkeit der Befragten bei Spenden.

 

Im ersten Teil meiner Wanderung durch Deutschland habe ich also mit weniger Glück zu rechnen. Immerhin liegt unser aller Vaterland in puncto Glück hinter Costa Rica und - den USA. Und das tut schon etwas weh, oder? Gerade in den heutigen politischen Um- bzw. Zuständen jenseits des großen Teiches. Da die Daten des Glücksberichts aber auf Werte aus den Jahren 2014 bis 2016 basieren, landen wir im nächsten jedoch sicherlich vor den USA.

 

Sobald ich nach Dänemark und erst recht nach Norwegen komme, wird mir das Glück nur so zufliegen und mich förmlich umwabern. Und das ist auch notwendig! Ich brauche Glück beim Wetter. Regen wie am Samstag bei der Wochenend-Wanderung mit meiner Wandergruppe auf dem Westerwaldsteig brauche ich nicht allzu oft. Ich brauche Glück bei meiner Ausrüstung. Mit meinen neuen Wanderschuhen fing das am Samstag eigentlich ganz gut an. Sie haben dem Regen und den schlammigen Wegen erfolgreich getrotzt. So kann es bitteschön weitergehen. Vor allem aber brauche ich Glück bei meinem lahmenden linken Huf. Er war auch an den vergangenen beiden Tagen der Meinung, dass in der Zukunft sein Platz doch eigentlich hochgelegt vor einem Sofa sein sollte und nicht Hunderte von Kilometern auf Straßen und Wegen. Ich bitte das Glück also herzlich, dass es mir ab kommendem Sonntag - gerade bei meinen Laufwerkzeugen - ausreichend hold ist.

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Kommentare: 2
  • #1

    Lore (Montag, 20 März 2017 14:28)

    Moment, lieber Reinhard!
    Wenn die Menschen in einem Land glücklich sind, heißt das ja nicht, dass sie (pausenlos oder überhaupt) Glück haben. Es gibt Leute, die haben immer Glück, merken es aber nicht und sind total unglücklich. Und im übrigen: Wer darauf wartet, dass ihm das Glück (in Norwegen) zufliegt, der wird es nicht finden/nicht erkennen. Wer aber einfach glücklich ist, es bis Norwegen schon geschafft zu haben und nun dort dem Ziel entgegen wandern kann, der wartet nicht auf Glück, warum auch? Wenn er dann doch Glück empfindet, weil z.B. der Griff zum rettenden Grasbüschel den Absturz zwar nicht verhindern konnte, aber Knochen etc. doch heile geblieben sind, der ist glücklich, weil er Glück hatte.
    So, genug philosophiert.
    Allerdings möchte ich Dir noch Hermann Hesses Gedanken mit auf die Wanderschaft geben, die mir gerade so einfallen zum Thema "Glück":

    Solang du nach dem Glücke jagst,
    Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
    Und wäre alles Liebste dein.

    Solang du um Verlornes klagst
    Und Ziele hast und rastlos bist,
    Weißt du noch nicht, was Friede ist.

    Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
    Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
    Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,

    Dann reicht dir des Geschehens Flut
    Nicht mehr ans Herz, und deine Seele ruht.

    In diesem Sinne ein "glückliches Pilgern-nach-Norden"!
    Lore

  • #2

    Reinhard (Montag, 20 März 2017 15:22)

    Hach, wenn es Hermann Hesse und meine liebe Wanderfreundin Lore nicht gäbe, der wahre Sinn des Glücks wäre mir für immer verborgen geblieben. Ich bin so dankbar für diese rechtzeitige Erkenntnis!